maandag 10 november 2014

(Berlin) Wall Photo Book Christoph Schaden Photography

Berliner Mauer im Fotobuch

Mauer. Photo. Buch.
Everyone will tell you a different story. It’s all just a memory now, a history book.
John Gossage

Text in englisch erschienen in:
PhotoResearcher
European Society for the History of Photography
12/2009, S. 8-15

Anlässlich der Vorbereitung zu den Gedenkfeierlichkeiten zum 9. November 1989 gerät die Berliner Mauer wieder verstärkt in den Blickpunkt einer weltweiten Öffentlichkeit. Im Zuge der Kontroverse um ein überzeugendes Memorialkonzept zum Tag des Mauerfalls, die seit längerem zwischen den entscheidungstragenden politischen Instanzen in der deutschen Hauptstadt ausgetragen wird, offenbart sich ein bislang ungelöster Konflikt im Umgang mit den erhaltenen Relikten, die in ihrer Summe bis heute ein Menetekel des Kalten Krieges geblieben sind. „Soll die Mauer fallen oder stehen?“ Auf diese Formel, die nur vordergründig polemisch anmutet, brachte die Publizistin Mechthild Küpper in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Februar 2009 die diffuse Gemengelage zu einem angemessenen Erinnerungskonzept auf den Punkt. Ihre Frage richtete sich indes nicht nur auf die vor Ort verbliebenen Reste des „antifaschistischen Schutzwalls“, sondern auch auf das visuelle Erinnerungsmuster, das hierbei relevant ist. „Ausgerechnet dort, wo die eindrucksvollsten Bilder des Mauerbaus am 13. August 1961 aufgenommen wurden, wo damals alte Frauen verzweifelt in die Sprungtücher der West-Berliner Feuerwehr sprangen, um in die Freiheit zu gelangen, an der Bernauer Straße, wird gerade über alle Pläne des Berliner Senats, alle Vereinbarungen zwischen Berlin und der Bundesregierung, alle hochgelobten Entwürfe neu diskutiert.“[i] Abseits von partiellen Rekonstruktionen der Sperranlage und Gedenkstättenkonzepten, bei denen denkmalpflegerische, touristische und politische Interessen ebenso zu berücksichtigen sind wie etwa die Perspektiven der Maueropfer und Ihrer Angehörigen, wird nach 20 Jahren Mauerfall immer stärker die Frage virulent, welche konkreten Bilder den retrospektive Blick auf das Jahrhundertmonument vermitteln, zumal einer jüngeren Generationen die kollektive bildhafte Prägung aus eigener Anschauung fehlt.[ii]
In diesem Zusammenhang bleibt der Fokus unweigerlich auch auf die visuellen Medien und insbesondere auf die Photographie gerichtet, die in ihrem dokumentarischen Erinnerungsauftrag das symbolisch aufgeladene Objekt in die konkrete Anschauung zurückzuverorten hat.[iii] Skizzenhaft sollen daher photographische Bildbände vorgestellt werden, die trotz ihrer primären Memorialfunktion die jeweiligen zeitbezogenen Haltungen in verdichtender Form zu spiegeln vermögen. „Historisch ist die Verbindung zwischen Photographie und Buch dort am engsten“, konstatiert David Campany,  „wo es um die so genannte Straight Photography (Direkte Photographie) geht; scharf frontal und gradlinig: Hier steht das Sujet so im Vordergrund, dass die Photographie nicht nur ein Bild zu sein, sondern den Gegenstand oder die Person buchstäblich auszuschneiden scheint. Ein Buch mit solchen Bildern wird dann ebenso zu einer Ansammlung von Dingen wie zu einer Sammlung von Bildern. Es fungiert als Archiv, Katalog oder Atlas.“[iv] Im Falle der Innerberliner Mauer lässt sich das Spektrum der Funktionen, die das Photobuch einzulösen vermag, auf geradezu idealtypische Weise ablesen. Die folgenden Ausführungen sollen hierzu – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – einen ersten Überblick geben.[v]

Eilmeldung
Im September 1961 reagiert das Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen in Bonn und Berlin mit einer auflagenstarken Broschur auf die einen Monat zuvor erfolgten Berliner Sperrmaßnahmen der DDR-Führung.[vi]Unmissverständlich macht bereits der handgeschriebene Titel Berlin, 13. August deutlich, der auf dem Cover zwischen einer telegraphischen Eilmeldung der Agentur upi und einer Aufnahme von russischen Soldaten vor dem Brandenburger Tor platziert ist, dass mit dem Druckwerk nicht nur Sachinformationen, sondern auch ein aktuelles Stimmungs- und Meinungsbild transportiert werden soll. Während auf der Textebene eine detaillierte Chronik Auskunft über die Ereignisse „im August 1961“ gibt, werfen die photographischen Abbildungen, die von unterschiedlichen Photographen stammen, gezielt unterschiedliche Perspektiven.[vii]Neben mehreren Aufnahmen aus erhöhter Perspektive, die die Abriegelung der innerstädtischen Sektorengrenze an den zentralen Orten zeigen, enthält die Broschur mehrere allegorisch zu deutende Photographien, in denen die gewaltsame Trennung der Bevölkerung  mit winkenden Personengruppen dies- und jenseits der Mauer- und Grenzabsperrungen illustriert werden soll. Im Sinne einer Anklageschrift fungieren hierbei die Untertitel, die im agitatorischen Jargon gehalten sind und nicht vor Vergleichen mit Konzentrationslagern zurückschrecken. „Wie lange noch sollen Berliner von Berliner getrennt bleiben? Wie lange noch soll Unmenschlichkeit über Menschenwürde, Unrecht über Recht, kommunistischer Terror über Freiheit triumphieren?“[viii] Im Zuge des Kalten Krieges verstellt der Symbolcharakter „der Berliner Mauer“ als Zeugnis eines menschenverachtenden sozialistischen Systems zunehmend den Blick auf das real existierende Bauwerk.[ix] In den Buchpublikationen der 1960/70er Jahre spiegelt sich diese Tendenz beispielhaft in Form von bekenntnisartigen Statements westdeutscher Positionen. Hierbei dient das Medium der Photographie allenfalls als rekonstruierendes und affirmatives Beweismittel.[x]
Peripherie / Graffiti
Erst zu Beginn der 1980er Jahre lassen sich für das Photobuch erste erkundende Auseinandersetzungen mit der Mauer nachweisen. Der Westberliner Photograph Hans W. Mende veröffentlicht etwa 1980 im Nicolai Verlag einen Bildband mit Schwarzweißphotographien unter dem Titel Grenzbegehung. 161 Kilometer in West-Berlin.[xi] Im Vorwort des Bandes rechtfertigt der renommierte Photohistoriker Janos Frecot die Herausgabe gleich zu Beginn mit der Feststellung, dass es sich hier zuallererst „um kein Buch über ‚die Mauer’“[xii]handele. Im Rückblick kann man die behutsame, fast schüchterne Annäherung des Photographen von den Peripherien und Rändern der Stadt aus als symptomatisch werten. So vereint Grenzbegehung ausnahmslos stille und poetische Landschafts- und Stadtaufnahmen mit Motiven von Bahngleisen, Kanälen und Industriegebieten, die längst nicht mehr dem Tenor der Anklage folgen, sondern einen Eindruck von Alltäglichkeit vermitteln. Nicht zuletzt der Dokumentcharakter des Bandes zeugt von dem Versuch, im Sinne einer Überlebensstrategie mit „der Mauer“ zu leben. „Wer einmal hier lebt, lernt auch damit auszukommen“, schreibt Frecot.[xiii]


Von einer anderen Umgangsweise ist ein großformatiger Bildband des US-amerikanischen Photographen Leland Rice geprägt, der 1987 unter dem Titel Illusions and allusions erscheint.[xiv] Bei dem großformatigen Paperback handelt sich es um einen Ausstellungskatalog des San Francisco Museum of Modern Art, der ausschnitthafte Farbphotographien von Graffitizeichnungen der Berliner Mauerflächen vereint. Seinen ästhetisierend künstlerischen Ansatz legitimiert Rice mit einem programmatischen Verweis auf Brassais Photobuch Parisian Graffiti aus dem Jahr 1958, das er eingangs zitiert. “The wall gives its voice to that part of man which, without it, would be condemned to silence... The remainder of a primitive existence of which the wall may be one of the most faithful mirrors.” Im flankierenden Essay setzt der namhafte Autor Van Deren Coke die künstlerische Vorgehensweise von Leland Rice dann auch in Bezug zu  “Minimalism and Color Field paintings as represented in the work of artists ranging from Jules Olitski to Brice Marden.”[xv] In Analogie zu den Vorlagen der Graffitis mutiert der künstliche Charakter des Grenzwerks hier zu einem künstlerischen Werk, das nach ästhetischen Kriterien begutachtet werden will.







Ahnung
In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre wird die zunehmend von Düsternis und Agonie durchdrungene Atmosphäre Berlins zum Thema mehrerer photokünstlerischer Publikationen. 1987 veröffentlicht etwa der US-amerikanische Photograph John Gossage, der bereits 1982 von der Werkstatt für Fotografie in Kreuzberg zu einem Aufenthalt in der geteilten Hauptstadt eingeladen wurde, einen auf 500 Exemplaren limitierten Bildband mit dem emblematischen Titel  Stadt des Schwarz (City of Black), der sich aus nur 18 großformatigen Nachtaufnahmen von Ost- und Westberlin zusammensetzt.[xvi] „They exist in tension between what we know about to be a historical fraught locus in time and a sense of unlocated dread, a psychic timelessness“, heißt es programmatisch im Vorwort von Jane Livingston. Als künstlerisches Buchobjekt gewinnt das Druckwerk eine geradezu hypnotisierende Intensität, die den atmosphärischen Wahrheiten der geteilten Stadt auf einem schmalen Grad des Surrealen nachspürt. [xvii] Bei dieser Verdichtung verwundert es kaum, dass John Gossage auch nach der Maueröffnung von seinem Sujet nicht mehr losgekommen ist. 2004 veröffentlicht er den schwergewichtigen Photoband Berlin in the Time of the War, der in retrospektiver Manier ein monumentales Zeitbild der 80er Dekade zeichnet. Der Band wirkt wie ein apokalyptisches Fanal.

Michael Schmidt // Waffenruhe from haveanicebook on Vimeo.
[xviii]
Eine vergleichbare Agonie mag man auch Waffenruhe (Ceasefire) attestieren, dem rezeptionshistorisch wohl einflussreichsten Bildband zur Mauerthematik innerhalb der Photogeschichte, den Michael Schmidt gleichfalls im Jahre 1987 im Nishen Verlag veröffentlicht hat. Seine Schwarzweißaufnahmen evozieren in diesem Band ebenfalls innere Vorstellungsbilder, die stark von Stagnation und Auflösungstendenzen bestimmt sind. „Only the Wall – die Mauer –remains solid and potentially enduring – a symbol of entrapment, certainly, but in this city of contradictions, perhaps also the symbol of the ultimative Schoperhauerian escape”, deutet der britische Essayist Gerry Badger die Bilderfolge im Rückblick.[xix] Ebenfalls aus dem Umkreis der Werkstatt für Fotografie in Berlin entstammt das Photobuch Ahnung (Foreboding) von Volker Heinze, das 1989 in einer Auflage von 800 Exemplaren im Nishen Verlag veröffentlicht wird. In betont subjektiver Weise, die etwa Unschärfen, teilversperrende Blicke und kippende Perspektiven zulässt, zeichnet Heinze ein bizarres Szenario der Desorientierung. Diesmal sind die Bilder bereits von einer erdigen Farbigkeit geprägt, der Band kommt gänzlich ohne Worte aus. Mit dem Titel Ahnung scheint alles gesagt.
Volker Heinze // Ahnung from haveanicebook on Vimeo.
Stadt des Schwarz. Waffenruhe. Ahnung. Allen drei Bänden mag man aus heutiger Perspektive eine große intuitive Kraft zusprechen, die für den Zustand der kollektiven Stagnation angemessene Bild- und Buchkonzepte finden. Nicht zuletzt scheinen sie mit beeindruckend antizipierendem Gespür den kommenden Zusammenbruch vorauszuahnen.

Niemandsland / Erste Reflektionen
Mit der Grenzöffnung am 9. November 1989 wird „die Mauer“ mit einem Male historisch.
In einem befreienden Akt wird das menschenverachtende Bauwerk physisch überwunden und infolge selbst zum Gegenstand einer materiellen Demontage. Zeitnah reflektieren 1990/91 mehrere photographische Bildbände die dramatischen Ereignisse. Der Ostberliner Photograph Jochen Knobloch beispielsweise, der 1983 nach Hamburg umgesiedelt ist, begreift in seinem schmalen Paperback  BERLIN WALL. 33 Fotografien vom Zerfall der Mauers eine Bildarbeit als einen persönlichen „Freudenschrei“.[xx] In betont kleinformatigen Farbaufnahmen spiegelt Knobloch die Ereignisse zwischen dem 19. November 1989 und dem 20. September 1990. Ebenfalls zeitfixiert ist die aufwendige PublikationBerlin 13. August 1990, die mit Blick auf den Jahrestag des Mauerbaus ein facettenreiches Zeitbild der geänderten Realitäten zeichnet. An dem anspruchsvollen Buchobjekt, das bereits in Form einer geöffneten Mauer gestaltet ist, beteiligen sich unter der Herausgeberschaft von Viola Sandberg und Ulrich Herold insgesamt 30 Photographen und acht namhafte Textautoren.[xxi] Die Vielfalt der Perspektiven, Themen und Meinungen steht hierbei paradigmatisch für die neu errungene Freiheit. Um verschiedene Meinungsbilder geht es auch in der Reportage aus dem Niemandsland (Report from No Man’s Land)  der Photographin Bettina Flitner. In den Schwarzweißaufnahmen ihres Paperbacks werden selbstbewusste Alltagsprotagonisten in die abgebrochenen Szenerien der Mauerstreifen positioniert. Es handelt sich hierbei um eine bewusste Form der Realinszenierung, ein für Flitner charakteristisches Konzept, bei denen die Textzitate der Betroffenen ein authentisches Meinungsspektrum über die so fundamental geänderten Lebensbedingungen vermitteln.[xxii]






“Fünf Jahre nach Öffnung der Berliner Mauer gibt es keinen Anlass zu Nostalgie, wohl aber Gründe zum genaueren Hinsehen. Die historische Erfahrung, die in den Photographien gespeichert ist, wird erst in aus einigem Abstand sichtbar.”[xxiii] Im Vorwort des 1994 erschienen Bandes Grenzwechsel fordert der Photohistoriker Andreas Krase mit Blick auf die Berliner Mauer eine neue Rezeptionsweise. In einer “betont sachlich dokumentierenden Darstellungsweise” folgen denn auch die flankierenden Schwarzweißphotographien von Karl-Ludwig Lange, die in den Jahren 1973 bis 1990 entstanden sind, in der Tradition des Stadtphotographen dem Blick eines Flaneurs. Seiten füllend werden Aufnahmen des Alltagslebens gegenübergestellt, chargierend zwischen Ost und West, städtische Räume und Menschengruppen werden gezeigt. Im retrospektiven Blick erweist sich „die Mauer“ hierbei als ein begrenzendes Leitsystem. Die Niederländerin Kim Bouwy widmet sich 2002 hingegen einem betont gegenwärtigen Aspekt des Mauerfalls. In ihrem Photobuch Niemandsland - Berlin ohne die Mauer (No Man’s Land. Berlin without the Wall) untersucht sie in 85 sensiblen Farbaufnahmen das freigelegte Terrain der ehemaligen Todeszone.[xxiv] Das ‚Vergangene in der Gegenwart’ ist hierbei ihr Ausgangspunkt.[xxv]Einem vergleichbaren Ansatz folgt 2005 Brian Rose mit der Veröffentlichung The Lost Border. The Landscape of the Iron Curtain.[xxvi] In stilistischer Anlehnung an die Bildkonzepte der US-amerikanischen New-Color-Photography vereint das Photobuch betont elegische Farbaufnahmen der Innerdeutschen Grenze aus den 80er und 90er Jahren mit dem Schwerpunkt Berlin. Man mag dem Druckwerk zweifellos eine mentale Trauerarbeit unterstellen; den flankierenden Text deklariert der Romancier Anthony Bailey ausdrücklich als ein „Requiem“.


Die vermessene Mauer
Je länger der 9. November 1989 zurückliegt, desto stärker rücken photographische Projekte in den Vordergrund, die die Berliner Mauer en detail zum Gegenstand ihrer Untersuchung haben. Zu nennen sind etwa die künstlerischen Dokumentationsbemühungen des US-amerikanischen Bildhauers Shinkichi Tajiri, der 1969 an die Berliner Hochschule der Künste berufen worden ist und den „antifaschistischen Schutzwall“ als Äquivalent zur großen chinesischen Mauer betrachtet.[xxvii] In seinem panoramatischen Druckwerk The Wall/ Die Mauer/Le Mur, das 1971 in einem niederländischen Verlag in Baarlo mit einer Auflage von nur 100 Exemplaren erscheint, handelt es sich wohl um den ersten Versuch, die Berliner Maueranlagen in ihrer Gesamtheit zu erfassen. „This book attempts to contain the entire 43 kilometers of the Berlin WALL which will be 10 years this month.”[xxviii] Zumeist aus leicht erhöhter Perspektive aufgenommen, geben die 600 Kontakte einen Überblick über die reale Länge der Innerberliner Mauer. Mit der Methode einer nüchtern additiven Bestandsaufnahme lehnt sich Tajiri bewusst an konzeptionelle Künstlerbücher von Ed Ruscha an.[xxix] Retrospektiv mutiert „die Mauer“ so in seinem Oeuvre zu einem unfreiwilligen Kunstwerk.
Nicht zuletzt ist ein dokumentarisches Projekt anzuführen, dass in seiner konzeptuellen Strenge und rekonstruierenden Präzision singulär zu nennen ist. Es handelt sich um das derzeit in Planung befindliche Photobuch Berliner Mauer 1984 von Westen aus gesehen (Berlin Wall 1984 seen from the West) der beiden in Köln lebenden Photographen Philipp Bösel und Burkhard Maus.[xxx] Wie der Titel bereits anführt, erfassen Bösel und Maus im Sommer des Orwelljahres 1984, in dem die DDR zwischen dem Brandenburger Tor und dem Potsdamer Platz eine zweite Sperranlage errichten lässt, in einem Zeitraum von zehn Tagen systematisch ein Teilstück der Mauer von 18,3 Kilometern Länge. Das Resultat ist ein Konvolut von 1161 Schwarzweißphotographien im Filmformat  4,5 x 6 cm. Stück für Stück, Meter für Meter sind die einzelnen Betonkompartimente der Grenzanlage mit stoischer Konsequenz erfasst. Auf rezeptiver Ebene gewährt die Bilderfolge buchstäblich erstmals eine exakte Lesbarkeit der Berliner Mauer. „Darüber hinaus legen die Photos eine archäologische Schicht deutsch-deutscher Vergangenheit frei“, konstatiert Thomas Köster in derFrankfurter Allgemeinen Zeitung, „die in der verklärenden Perspektive der Nachgeborenen verschüttet ist. Denn hinter den Büschen, den seltsam antiquiert wirkenden Autos, hinter Kreuzen und Aussichtsplattform-Gerüsten verbirgt sich eine andere Mauer als die, an deren Fall von 1989 man sich erinnert.“[xxxi] Für die Folgegenerationen wird also wieder verstärkt in den Blickpunkt rücken, wie „die Mauer“ eigentlich ausgesehen hat. Die Aufgabe scheint klar: Es gilt, das Symbol wieder in die konkrete Anschauung zurück zu überführen. Somit liegt im Unternehmen einer vermessenen Mauer, wie sie Bösel und Maus bildhaft dokumentiert haben, ein basales kollektives Erinnerungskonzept begründet. Ob nun als Archiv, Katalog oder als Atlas: Angesichts der historischen Bedeutung der Berliner Mauer liegt es nahe, dass das Medium des Photobuchs zukünftig eine Schlüsselrolle einnehmen wird.
[i] Mechthild Küpper: Streit ums Gedenken. Immer Ärger um die Mauer, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.2.2009; vgl. dies.: Gedenken an den Mauerbau. „Instinktlos, geschichtslos, machtversessen“, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.8.2008.
[ii] Zum Jahrestag des Mauerfalls sind historische Aufarbeitungen erschienen, die sich in ihrer Auswertung allerdings auf mündliche Quellen und schriftliches Dokumentarmaterial beschränken. Vgl. Frederick Taylor: Die Mauer. 13. August 1961 bis 9. November 1989, München 2009. 
[iii] Siehe hierzu beispielhaft die die Publikation Die Berliner Mauer 1961-1989. Fotografien aus den Beständen des Landesarchivs Berlin. Ausgewählt von Volker Viergutz, 3. Aufl., Berlin 2008. 
[iv] David Compagny: „Fast dasselbe?“ Gedanken zum sammelnden Fotografen, in: Thomas Weski / Emma Dexter: Cruel and Tender. Zärtlich und grausam - Fotografie und das Wirkliche, Austellungskatalog, Museum Ludwig Köln, Ostfildern-Ruit 2003, S. 33.
[v] Mein herzlicher Dank gilt Thomas Friedrich, Berlin, für Anregungen und Hilfestellungen bei der Recherche.
[vi] Berlin 13. August, hrsg. vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen, Bonn / Berlin 9.1961.
[vii] Die Photographien stammen von der berlin bild, der Bundesstelle beim Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, der dpa, Camillo Fischer, Heinz Gräf, Joachim G. Jung und Kindermann & Co.
[viii] Ebd., o.S.
[ix] Im Osten Deutschlands bleibt die Mauer ein Tabu, das Photographieren des „antifaschistischen Schutzwalls“ ist unter Strafe gestellt.
[x] Siehe beispielhaft Axel Springer: Von Berlin aus gesehen. Zeugnisse eines engagierten Deutschen. Nachwort von Karl Theodor Freiherr von und zu Guttenberg. Herausgegeben von Hans Wallenberg, Gütersloh/ Stuttgart 1971.
[xi] Hans W. Mende: Grenzbegehung. 161 Kilometer in West-Berlin, Vorwort von Janos Frecot, Berlin 1980.
[xii] Ebenda, S. 5.
[xiii] Ebenda, S. 8.
[xiv] Leland Rice: Illusions and allusions. Photographs of the Berlin Wall, Essay von Van Deren Coke, San Francisco 1987, o.S..
[xv] Ebd. o.S.
[xvi] John Gossage: Stadt des Schwarz, Washington DC 1987.
[xvii] „The Berlin Wall gave Gossage the opportunity to add a historical and political dimension to his work, albeit in a deeply poetic, idiosyncratic way“. Martin Parr / Gerry Badger: The Photobook: A History, London 2006, Bd. 2, S. 64.
[xviii] John Gossage: Berlin in the Time of The Wall, Hongkong 2004.
[xix] Parr / Badger 2006 [Anm. 16], S. 65.
[xx] Jochen Knobloch:  BERLIN WALL. 33 Fotografien 1989/90 , Berlin 1990, o.S. Vgl. auch Berlin, November 1989. 14 Fotografen aus Ost und West erleben die Öffnung der Mauer. Eine Ausstellung des Goethe-Instituts und des Senats von Berlin, Berlin 1990.
[xxi] Viola Sandberg / Ulrich Herold (Hrsg.): Berlin 13. August 1990, Berlin 1990. Zu den beteiligten Photographen zählen u.a. Kurt Buchwald, Christian Borchert, Frank Thiel, Roger Melis, Helga Paris, Hans W. Mende, Harald Hauswald, Evelyn Richter und Sybille Bergemann.
[xxii] Bettina Flitner: Report aus dem Niemandsland, Berlin 1991.
[xxiii] Andreas Krase, in: Karl Ludwig Lange, Grenzwechsel. Berlin. Potsdam 1973-1990, Berlin 1994, S. 6. Lange hat 2005 noch ein weiteres Photobuch zu dem Thema vorgelegt. Karl-Ludwig Lange: Topographie der Berliner Mauer 1973-1990, Berlin 2005.
[xxiv] Kim Bouvy: Niemandsland - Berlin ohne die Mauer, Amsterdam 2002.
[xxv] Flip Bool: Germany since 1945. Through the Eye of Dutch Photographers, Breda 2008, o.S
[xxvi] Brian Rose: The Lost Border. The Landscape of the Iron Curtain, Princeton 2005.
[xxvii] Thomas Deecke: Shinkishi Tajiri erklärt die Berliner Mauer zur Land Art, in: Kunstzeitung 09/2005, o.S.
[xxviii] Shinkichi Tajiri: The Wall. Die Mauer. Le Mur, Baarlo 1971, o.S. Tajiri veröffentlichte danach eine Reihe von Publikationen zur Mauerthematik. Vgl. ders.: De Muur, Den Haag 2003.
[xxix] Bool 2008 [Anm. 24], o.S.
[xxx] Aktuelle Informationen finden sich unterhttp://www.enigmart.de/projekte/mauer/index.html.
[xxxi] Thomas Köster: Die vermessene Mauer, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8.5.2008.

zondag 9 november 2014

Berlin Geisterbahn Brasser's Past Perfect Fons Brasser Photography


Type : Paperback
Uitgever : VOETNOOT UITGEVERIJ
Verschijningsdatum : 30/03/1997
Gewicht : 660 gr.
Aantal bladzijden : 156
Formaat : 280
Hoogte : 280 cm.
Plaats van publicatie : Netherlands
Druk : 1 (out of stock)
AVI-niveau : 0
ISBN : 9071877396
Streepjescode (EAN) : 9789071877391
titel: Berlin Geisterbahn




De spooklijnen van Fons Brasser



Fons Brasser (Fragmenten uit: Berliner Geisterbahn)
Na de Tweede Wereldoorlog heeft de beeldvorming over het naoorlogse Duitsland door Nederlandse fotografen zich in de loop van ruim een halve eeuw zich ontwikkeld. De beeldhouwer Tajiri bijvoorbeeld fotografeerde de Muur eind jaren zestig uitgebreid en bracht in 1970 de uitgave 'The Wall - Die Mauer - Le Mur' met 660 foto's uit, die als een kunstenaarsboek kan worden beschouwd. In de uitgave 'Die Berliner Zeit' (DAAD, Berlijn 2000) van Rineke Dijkstra en Bart Domburg staan portretten van Dijkstra in die zij op verschillende locaties in Berlijn heeft gefotografeerd. De beeldende kunstenaar Jan Henderikse fotografeerde verlaten treinstations in Berlijn. Deze zijn samengebracht in het kunstenaarsboek 'Kontakte' (Daadgalerie Berlijn 1988). Ook de beeldende kunstenaar Fons Brasser fotografeerde verlaten treinstations. Foto's van het afgestorven Berlijnse stadsspoornet, de S-Bahn. Zijn eerste omvangrijke fotografieproject.

In 1983 liep Brasser met zijn vriend Armando, de schrijver en beeldend kunstenaar, door Berlijn. "We liepen langs zijn favoriete plekken. Een daarvan was een uitgestorven en overwoekerd station van de S-Bahn. Het fascineerde me meteen. Ik besloot alle stations systematisch te fotograferen. De tegenstellingen die de stations in zich dragen, die vond ik krankzinnig. En als ik ergens door gefascineerd ben, dan ga ik tot het gaatje. Van de geschiedenis van de S-Bahn wist ik niet veel. Het ging me vooral om het gevoel: ik stapte terug in de tijd". Na de Tweede Wereldoorlog werd overeengekomen dat Oost-Berlijn het spoornet zou exploiteren en verantwoordelijk werd voor het onderhoud van de stations en bruggen in Oost- èn West-Berlijn. De bouw van de Muur in 1961 bracht geen wezenlijke verandering in die situatie. Doorgaande lijnen van Oost naar West werden weliswaar onderbroken, maar de treinen bleven onder Oostduitse vlag over de S-Bahn rollen. Kapitalistisch Berlijn werd langzaam overwoekerd met reclame, maar de S-Bahnstations bleven daarvan verschoond. Op een enkele foto van Brasser is reclame te zien voor (Oostduitse) Palm-sigaren, verder zijn de muren kaal. Op stationgevels zijn dikwijls grote witte papiervellen te zien. Brasser: "Illegaal opgeplakte affiches werden zo in opdracht van Oost-Berlijn consequent afgedekt". Het onderhoud aan de stations werd tot het absolute minimum beperkt. De verf bladderde van de houten perronoverkappingen, kalk brokkelde van de gevels. In 1980 brak een loonstaking uit onder het Westduitse personeel. Het conflict werd door Oost-Berlijn aangegrepen om alle stations in West te sluiten, op die aan de (onder Hitler aangelegde) noord-zuidlijn en een andere lijn na. Toegangspoorten werden dichtgelast of -gemetseld en de toch al gammele stations aan hun lot overgelaten. In die desolate toestand trof Brasser de S-Bahn drie jaar later aan. Niemand leek zich nog om de stations te bekommeren. Zelfs de grafity-spuiters namen niet de moeite de wachtlokalen te bewerken. Brasser: "Nog geen maand nadat ik klaar was met fotograferen, heeft de DDR de S-Bahn voor een geheim gebleven bedrag verkocht aan West. Dat heeft meteen de restauratie ter hand genomen en noodstations aangelegd. Een jaar of twee later reden de treinen weer" (bron: Arno Haijtema, Volkskrant 1996).

De fotoserie heet 'Berling Geisterbahn' en bestaat uit 118 foto's. Van elk station maakte hij twee portretten. Hij maakte van ieder station een opname van de ingang en een van de verlaten perrons. De 'dubbelportretten' waren onderdeel van een grotere verzameling: Brasser verzamelde ook talloze kaarten, plattegronden en andere documenten die met de geschiedenis van de S-Bahn te maken hebben. De foto's zijn in 1997 vastgelegd in het kunstenaarsboek 'Berliner Geisterbahn' met teksten van schrijver en beeldend kunstenaar Armando en de documentaire-/filmmaker, regisseur, acteur en schrijver Cherry Duyns (Voetnoot Uitgeverij 1997).

Brasser is een beeldend kunstenaar die verschillende media gebruikt: tekeningen, collages, sculpturen en de fotografie. Of het nu zijn tekeningen, collages, foto’s of sculpturen betreft, al het werk van Fons Brasser wordt gekenmerkt door een wetenschappelijke bezetenheid en een duidelijk zichtbare systematiek. Deze systematiek wordt versterkt door het seriematig werken volgens een logische ordening, vaak over jaren verspreid. "In mij zit de passie van een verzamelaar, ik blijf makkelijk tien jaar met iets bezig. Er bestonden al een paar boeken over de S-Bahn en de spooklijnen, maar die riepen bijna een soort ergernis bij mij op omdat ik er niet in aantrof wat ik had gezien. Te veel details, te veel romantiek. Niet de grote verlatenheid, het onbarmhartige van de tijd" (bron: Cherry Duyns 1997). Brassers fotografie heeft zich in de loop der jaren ontwikkeld van een strikte documentaire fotografie, naar een meer esthetische vorm van fotografie, waarbij de verschijningsvorm van het onderwerp en de visuele kwaliteit van het beeld om aandacht vragen. Het onderwerp heeft vrijwel altijd betrekking op de geschiedenis van architectonische installaties.




Koude Oorlog woedt over Berlijnse spookbaan

Püncktlich fotografeerde de Haarlemse kunstenaar Fons Brasser alle 59 stations van de Berlijnse S-Bahn, de Stadt- of Schnell-spoorlijn die sinds 1870 de uithoeken van de voormalige en toekomstige hoofdstad van Duitsland met elkaar verbindt....
 

Van onze verslaggever Arno Haijtema HAARLEM
Bij binnenkomst in de Vishal, de dépendance van het Frans Hals Museum in de schaduw van de Haarlemse St. Bavo, begroet Brasser (1944) de dame achter de balie in het Duits. Hij heeft gevoel voor sfeer: hier waant hij zich niet in de Vishal, maar in Berlijn. De strakke wanden van de lange zaal zijn behangen met de dubbelportretten in zwartwit die hij maakte van de 59 stations langs de Berlin Geisterbahn, de baan van de geesten. 'Dat langgerekte van de Vishal, dat was precies wat die foto's nodig hadden', zegt hij tevreden. Want die lange hal doet hem denken aan de Berlijnse perrons. Op de achterwand hangen 116 plattegrondjes van de S-Bahn. Ze vertellen zonder woorden het verhaal van Berlijn: de groei, de bombardementen, de Muur.
In 1983 liep Brasser met zijn vriend Armando, de schrijver en beeldend kunstenaar, door Berlijn. 'We liepen langs zijn favoriete plekken. Een daarvan was een uitgestorven en overwoekerd station van de S-Bahn. Het fascineerde me meteen. Ik besloot alle stations systematisch te fotograferen. De tegenstellingen die de stations in zich dragen, die vond ik krankzinnig. En als ik ergens door gefascineerd ben, dan ga ik tot het gaatje. Van de geschiedenis van de S-Bahn wist ik niet veel. Het ging me vooral om het gevoel: ik stapte terug in de tijd.'
Manshoge struiken tussen de biels waarover vroeger de treinen snelden, onkruid op de perrons waar de reizigers wachtten, roest op de rails; alle foto's dragen de sporen van verval die je juist niet verwacht op de S-Bahn, ooit een trots symbool van het cosmopolitische Berlijn. Het is inderdaad een vervreemdende tegenstelling: juist daar waar je mensenmassa's en aanrollende treinen zou verwachten, lijkt de tijd tot stilstand te zijn gekomen.
Sinds het begin van de aanleg van de S-Bahn heeft de stadsspoorlijn gefungeerd als een van de verkeersslagaders van Berlijn. 'In de jaren dertig maakten jaarlijks driekwart miljard rezigers gebruik van de S-Bahn', zegt Brasser. 'Tegen het einde van de Tweede Wereldoorlog, toen de geallieerden aan de rand van de stad stonden, gingen de soldaten met de S-Bahn naar het front.' Hij wijst op de foto's van het station Grünewald. 'Op dat station moesten de Berlijnse joden zich verzamelen voor transport naar de concentratiekampen.'
In politieke zin werd de stad na de oorlog opgedeeld in Oost en West, maar dat weerhield de partijen er niet van - gezamenlijk belang - de wederopbouw van de deels verwoeste S-Bahn ter hand te nemen. Overeengekomen werd dat Oost-Berlijn het spoornet zou exploiteren en verantwoordelijk werd voor het onderhoud van de stations en bruggen in Oost- èn West-Berlijn.
De bouw van de Muur in 1961 bracht geen wezenlijke verandering in die situatie. Doorgaande lijnen van Oost naar West werden weliswaar onderbroken, maar de treinen bleven onder Oostduitse vlag over de S-Bahn rollen. Kapitalistisch Berlijn werd langzaam overwoekerd met reclame, maar de S-Bahnstations bleven daarvan verschoond. Op een enkele foto van Brasser is reclame te zien voor (Oostduitse) Palm-sigaren, verder zijn de muren kaal. Op stationgevels zijn dikwijls grote witte papiervellen te zien. Brasser: 'Illegaal opgeplakte affiches werden zo in opdracht van Oost-Berlijn consequent afgedekt.'
De treinen bleven rijden, maar met de bouw van de Muur begon het verval van de S-Bahn. Actiegroepen in West, die in de veronderstelling verkeerden dat het DDR-regime flink verdiende aan het spoornet, riepen de bevolking op de S-Bahn te boycotten. In werkelijkheid kostte de exploitatie de Oostduitsers dagelijks scheppen geld. De kaartjesverkoop leverde de DDR wel wat harde valuta op, maar dat woog niet op tegen de in D-marken uitbetaalde salarissen van in West wonend personeel. Oost-Berlijn bezuinigde drastisch. Het onderhoud aan de stations werd tot het absolute minimum beperkt. De verf bladderde van de houten perronoverkappingen, kalk brokkelde van de gevels.
In 1980 brak een loonstaking uit onder het Westduitse personeel. Het conflict werd door Oost-Berlijn aangegrepen om alle stations in West te sluiten, op die aan de (onder Hitler aangelegde) noord-zuidlijn en een andere lijn na. Toegangspoorten werden dichtgelast of -gemetseld en de toch al gammele stations aan hun lot overgelaten. In die desolate toestand trof Brasser de S-Bahn drie jaar later aan.
Van elk station maakte hij twee portretten, een van het stationsgebouw, één van de perrons. Er zijn prachtige bouwwerken bij. Het station Nikolassee, met Jugendstil-elementen aan de gevel, doet denken aan een kerk. Het witgestucte, blokkige station Priesterweg straalt een en al modernisme en zakelijkheid uit, terwijl de ingang van Lichterfelde-West, een ijzeren poort voor een duistere gang, nog het meeste weg heeft van een spoortunnel.
Op de perronfoto's zie je seinen, allemaal in de stop-stand, en klokken: vrijwel allemaal staan ze op 12 uur. Het lijkt een mooi symbolisch tijdstip: het moment waarop het leven van de S-Bahn tot stilstand kwam. Maar de werkelijkheid is minder prozaïsch: toen de stroom van het net werd gehaald, sprongen de klokken automatisch in het gelid.
Niemand leek zich nog om de stations te bekommeren. Zelfs de grafity-spuiters namen niet de moeite de wachtlokalen te bewerken. Slechts op één wachtruimte is een tekst gespoten. 'Wir wohlen mit der S-Bahn fahren', staat er treiterig - al bleken die woorden profetische waarde te bevatten. Brasser: 'Nog geen maand nadat ik klaar was met fotograferen, heeft de DDR de S-Bahn voor een geheim gebleven bedrag verkocht aan West. Dat heeft meteen de restauratie ter hand genomen en noodstations aangelegd. Een jaar of twee later reden de treinen weer.'
Kort geleden heeft Brasser opnieuw een serie foto's gemaakt van de stations. Ze zijn weer toegankelijk, versierd met lichtreclames. Veel oude gevels zijn verdwenen achter lelijke schotten, fraaie overkappingen vervangen door zakelijk kunststof. 'Het is tragisch hoe je het ziet veranderen. Het was een prachtig monument van de Koude Oorlog. Dat aspect van de S-Bahn verdwijnt.'
Brasser had het geluk nog net op tijd de oude S-Bahn te kunnen fotograferen en het verleden wat daar tot stilstand was gekomen. Om de Geisterbahn van het oude Berlijn echt te proeven, moet je nu in Haarlem zijn.
Berlin Geisterbahn van Fons Brasser. Tot en met 30 januari, De Vishal Haarlem. Ma-za 11-17 uur, zo 13-17 uur.

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A Portrait For Breakfast in Berlin by Jasper Groen Naarden Fotofestival 2013 Photography

No Man's Land Berlin without the Wall Kim Bouvy Germany since 1945 Through the Eye of Dutch Photographers Photography















zaterdag 8 november 2014

The Berlin Wall Then and Now Photography


The Berlin Wall then and now

On the evening of Thursday, Nov. 9, 1989, the world changed forever when the Berlin Wall opened up after 28 years of dividing the city.
The wall was originally built in 1961, although it had been touted in some East German governments as early as 1951. There was already a fortified border between East and West Germany but there was nothing stopping East Germans entering the enclave city of West Berlin.
Closing off access any earlier had not been an option due to the existing rail lines that travelled through West Berlin. After the completion of new rail lines in 1961, the East German government was in a position to finally seal off West Berlin.
Any attempt to escape over or through the wall was met with deadly force. More than 100 people were killed attempting to get into West Berlin that way.
RELAXATION OF RULES IN 1989
Throughout the summer of 1989, East German citizens took advantage of the open border in Hungary. They were free to travel through Czechoslovakia into Hungary, both of which were Eastern Bloc nations. Once in Hungary, they travelled though Austria and into West Germany.
With mass demonstrations happening, the East German government under new leadership decided to open their borders, including the Berlin Wall, in November. However, the chain of communication broke down rather quickly.
Handed a memo on the new border rules during a live press conference on the night of Nov. 9, East Berlin party boss Gunter Schabowski assumed that the open border took effect immediately and announced it live on East German TV.
Fortunately for the thousands of East German protesters gathered that night, the border guard commander just happened to see the presser during his dinner break (see story below).
The Berlin Wall was opened late that night and the protesters and the surprised West Berliners were elated. Among the East Germans there that nigh was a young Angela Merkel, the current Chancellor of Germany.
Over the following weeks and months, the wall was taken down piecemeal by people and machines, looking to make new openings or to have a piece as a souvenir. Within a year Germany was reunified.
UNIFIED CITY, MEMORIAL AND RECLAIMED SPACE
Since its dismantling, the area where the wall stood has become a monument in some places, as well as new urban development in other places.
Take a look at the graphic below to see what the area of the old Berlin Wall looked like before and after its demolition. Slide the bar across to see the area pre-1989 on the left and in 2014 on the right.

PANDEMONIUM RULED WHEN THE BERLIN WALL FIRST OPENED
By Erik Kirschbaum, Reuters
BERLIN  - The East German lieutenant colonel who gave the fateful order to throw open the Berlin Wall 25 years ago said he wept in silence a few moments later as hordes of euphoric East Germans swept past him into West Berlin to get their first taste of freedom.
Harald Jaeger said in an interview with Reuters that he spent hours before his history-changing decision trying in vain to get guidance from superiors on what to do about the 20,000 protesters at his border crossing clamouring to get out.
When he had had enough of being laughed at, ridiculed and told by commanders to sort it out for himself, Jaeger ordered the 46 armed guards under his command to throw open the barrier.
He then stepped back and cried - tears of relief that the standoff had ended without violence, tears of frustration that his superiors had left him in the lurch and tears of despair from a man who had so long believed in the Communist ideal.
He had joined the border guard unit in 1961. Over 28 years, he saw the barrier grow from an infancy of coiled barbed wire, to a brick wall and then to maturity as a towering 160 Km (100 mile) double white concrete screen that encircled West Berlin, cutting across streets, between families, through graveyards.
"My world was collapsing and I felt like I was left alone by my party and my military commanders," said Jaeger, now 71, remembering the night. "I was on the one hand hugely disappointed but also relieved that it ended peacefully. There could have been a different outcome."
Historians point to Jaeger's courage at the Bornholmer Street crossing as a decisive moment - at 11:30 p.m. on Nov. 9, 1989 - in the demise of the Berlin Wall and the end of the Cold War. Within hours East Germans were dancing on the Berlin Wall at the Brandenburg Gate and other border crossings soon opened.
Such scenes had been inconceivable for all but the naive. U.S. President Ronald Reagan had only recently held a speech at the border urging the Soviet leader, whose troops still held sway in the East: "Mr. Gorbachev, tear down this wall." His words drew some smiles. The Wall, of course, was there to stay.
"Once I was able to come to terms with what happened I was happy for all the East German citizens too because they got what they wanted," said Jaeger, who himself could have faced treason charges for his actions and was briefly subject of a state prosecutor's investigation.
Earlier that evening, Jaeger had been on a dinner break at 7 p.m. and saw the now-famous televised press conference by Guenter Schabowski.
The senior Communist Party official, fumbling with a document before him, flustered and confused, announced almost by accident that East Germans would with immediate effect be allowed to travel freely to the West - something denied to generations after the Wall's construction.
"When I saw him on TV say that I thought 'what a load of total crap'," said Jaeger. "He should have known that East Germans would head straight for the exits when they heard that. But they didn't inform us at all. We were kept in the dark. Had I not seen that by chance, I'd have looked even more clueless."
WHY DID HE DO IT?
Jaeger said he later realized there was a simple reason that none of his superiors dared to tell him what to do when he called for instructions seven or eight times. "Because it was something happening there that wasn't supposed to happen."
The Wall was meant by its creators to last until the day Western-style capitalism finally collapsed and Germany could be reunited under communism. During the 28 years it had stood, at least 136 people were killed trying to scramble across it. Many others failed in inventive escape attempts and were jailed.
Why did Jaeger opt to open the Wall instead of using force to disperse the growing crowd - which at some point late that evening even included the future Chancellor of a united Germany, Angela Merkel?
"I hoped it'd all somehow come to a peaceful conclusion," he said. "When I saw the masses of East German citizens there, I knew they were in the right. But I was only a lieutenant colonel and didn't have the authority. But when no one from above would give any orders, I was practically forced to take action."
Jaeger, who lives on a modest pension in a small town north of Berlin, said the 46 border guards under his command had also been growing nervous as the crowd swelled. There was a fear it could turn violent and their pistols and machine guns could fall into the hands of possible troublemakers in the crowd.
"There were fears they could get their hands on our weapons," said Jaeger. "My border guards were urging me to do something but they didn't know what. They knew their necks would be on the line, so they wanted me to make the decision."
At 11:30 p.m. he ordered his guards to open the wall. They reacted with such disbelief that he had to repeat it.
"They didn't resist but they hesitated because they knew what was happening here wasn't allowed to happen and they knew what was happening here was irreversible," he said. "It took them an instant to come to terms with it. But later on, after it all ended happily, the told me 'Well done, Harald'."
Jaeger, whose role in the fall of the Wall came to light only many years later, is uneasy with his growing celebrity.
Yet many wonder if the showdown could have ended in bloodshed if someone else had been in charge that evening.
"I think about that a lot," he acknowledged. "I wonder if others would have reacted differently in that situation. But it's pointless to philosophize about it. What happened happened."